06-Aktuell

Aktuell

Hier informieren wir Sie über alle Neuigkeiten zum Prinzip ZweckZwei

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Ressourcen finden sich oft gleich um die Ecke.

Dort liegt Geld auf der Straße, aber noch keiner bückt sich.

Gedanken zum Fehlen einer Kreislaufwirtschaft und die Einladung zum Mitmachen, um dies zu ändern.

Schon bald wird es für jede ErdenbürgerIn spürbar werden:  im Raumschiff Erde ist es eng geworden.  Fruchtbarer Boden, sauberes Wasser und dauerhaft verfügbare Materialien sind knapp, zugleich ist unser Klima außer Kontrolle, und die Zahl der Mitgeschöpfe schwindet in alarmierendem Ausmaß.

Trotzdem bin ich optimistisch, denn eine lebensfreundliche Zukunft für die bald 9 Milliarden Menschen bleibt denkbar: das gute Leben, in Frieden untereinander und in Einklang mit der Natur.  

Während ein Vorgehen gegen den Klimawandel nach Jahrzehnten der Warnungen endlich eine breitere Akzeptanz erreicht hat, gilt dies für die Notwendigkeit einer Kreislaufwirtschaft (‚circular economy‘) noch lange nicht, obwohl die Vorschläge dazu zum Teil schon länger existieren als die Bemühungen gegen den Klimawandel. 

Auch an politischen Zielen bezüglich Ressourceneffizienz würde es nicht mangeln, – zumindest in der Europäischen Politik.  Aber viel zu lange galt und gilt im Bereich Abfall das Motto: „Aus den Augen, aus dem Sinn.“ - sowohl für KonsumentInnen als auch für die meisten Unternehmen.

Abfälle wurden nicht als Ressourcen erkannt, sondern ausschließlich als Bürde betrachtet. Entsprechend war die Beseitigung dieser Bürde lange Zeit ein lukratives Geschäft, das im Halbschatten der Legalität erfolgte, von vergrabenen Giftmüllfässern bis hin zu Exporten in Länder ohne Umweltauflagen… (Ich war in den 80er Jahren in der Giftmüll-Kampagne von Greenpeace tätig.)  

Erst mit dem Abfallwirtschaftsgesetz 1990 und den Bemühungen der EU, die 2020 im ambitionierten „Circular Economy Action Plan“ gipfelten, hat sich die Perspektive bei den ExpertInnen langsam gewandelt. In der Mitte der Wirtschaft ist das Kreislauf-Denken jedoch bis heute nicht angekommen, und die Brache nennt sich unzeitgemäß immer noch Abfall-Wirtschaft. Nach Jahrzehnten in der Schmuddelecke sind die Akteure nun gefordert, eine Zeitenwende mitzugestalten: vom Müllmann zur Ressourcenmanagerin, vom Giftmüllverschieber zur Eco-DesignerIn.

Die Bereiche einer echten Ressourcenwirtschaft reichen vom klassischen „reduce – reuse – recycle“ (weniger – wiederverwenden – wiederverwerten) über das Entgiften der Produktionsströme bis zu Reparatur-Angeboten und Second-Hand-Logistik. Nicht zu vergessen das Eco-Design, mit dem Reparierbarkeit und Zerlegbarkeit erst gewährleistet werden können. 

Unsere ZweckZwei-Initiative setzt zwischen Reparatur und Recycling an:

Durch unsere B2B-Webplattform www.zweckzwei.at wird ermöglicht, dass Rohstoffe und Halbzeuge noch vor dem stofflichen Recycling einer direkten Weiternutzung zugeführt werden. Second Hand auf gewerblicher/industrieller Ebene. Dabei können die Umweltauswirkungen je nach Produktkategorie um 20-70% reduzieren werden. Wie groß das positiv-gesamtgesellschaftliche Potential dabei wäre, lässt sich noch gar nicht abschätzen. 

Aktuell liegt die größte Challenge beim Umsetzen von ZweckZwei nicht im Mangel an Ideen – sie liegt an unpassenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Denn solange Primär-Rohstoffe billiger sind als ZZ-Produkte, so lange Entsorger Export-Lücken ausnutzen können, so lange Wunden im Regenwald und irreversible Klimaschäden völlig gratis verursacht werden dürfen, so lange bleibt Zweitnutzung ein exotisches Nischenprodukt.

Ohne Kostenwahrheit bleiben alle, die sich um eine echte Kreislaufwirtschaft bemühen, auf ökologisch bewusste – und kaufkräftige – AkteurInnen angewiesen, was noch lange nicht genug ist, um eine insgesamt nachhaltige Wirtschaft entstehen zu lassen.

Dass eine Politik, die national wie europäisch stets die Wichtigkeit einer Kreislaufschließung betont, nicht längst die wirtschaftlichen Voraussetzungen dafür geschaffen hat, reiht sich in die großen Politikversagen der letzten 40 Jahre ein. Aber was nicht ist, wird sicher noch werden. Welche Schritte dazu in Angriff zu nehmen sind, soll an anderer Stelle diskutiert werden. 

Für unsere ZweckZwei-Initiative im Heute stellt sich die Herausforderung, dass wir nur wachsen können, wenn sich Partner finden, deren Interesse ebenfalls im langfristigen Absichern von Nachhaltigkeit liegt und weniger im kurzfristigen Geldverdienen. 

Aus unserer Sicht ist jetzt die Zeit gekommen, aus der grauen Theorie der Kreislaufwirtschaft ein buntes Geschäftsfeld zu machen. Wir bitten dafür die Guten in der (Abfall)-Wirtschaft vor den Vorhang. Schon jetzt arbeiten wir mit Forschungseinrichtungen an der Quantifizierung der Umwelteffekte, suchen Zusammenarbeit mit etablierten Reststoffverwertern und wollen uns mit anderen KLW-Initiativen für gemeinsames Lobbying vernetzen.

Unsere Ambitionen sind dabei so unbegrenzt wie unsere finanziellen Mittel begrenzt sind. Gerade dadurch ergeben sich auch einmalige Gelegenheiten für vorausschauende Investoren.  

Zukünftigen PartnerInnen mit Interesse am Entlasten der Umwelt nehmen mit Gründer Karl Steinwender unter karl.steinwender@zweckzwei.at Kontakt auf.


Danke für die Aufmerksamkeit und empfehlt uns bitte weiter,

Wolfgang Pekny für die Konzeptgruppe ZweckZwei


Kritik und Anregungen zu den geteilten Gedanken gerne an: wolfgang.pekny@footprint.at